Camp open water
02.08.25
SUP-Schnuppertag für Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund
Am 02.08.2025 startete ein tolles neues Projekt des tow e.V.: Ein kostenloser SUP-Schnuppertag für Geflüchtete bei den Rügen Piraten in Dranske.
Flo übernahm den Shuttledienst vom Ratskeller in Bergen auf Rügen und brachte die Teilnehmer in den Norden der Insel zu den Rügen Piraten. Mit dabei waren zwei Brüder aus der Ukraine und zwei syrische Flüchtlinge.
An der Wassersportschule angekommen, erwartete uns herrlichstes Wetter: Sonnenschein und wenig Wind – perfekte Bedingungen für eine Tour auf dem SUP.
Bei einem entspannten Gespräch und einem anschließenden superwitzigen Kennenlernspiel legte sich bei allen die Aufregung und Sarah und ich lernten die angehenden Stand-Up-Paddler kennen. Spätestens jetzt war allen klar: Uns erwartet ein wunderschöner und entspannter Tag am und auf dem Wieker Bodden.
Nachdem sich alle in die passende Kleidung, Neoprenanzüge und coole farbenfrohe Lycras geworfen hatten, ging es ans Beschnuppern der SUPs in ihrer natürlichen Umgebung, dem Wasser.
Man muss wohl nicht erwähnen, dass wir nach wenigen Sekunden lachend und klatschnass neben oder auf unseren Boards standen. So einfach wie es vom Ufer aus wirkt, ist es nämlich gar nicht! Man braucht eine gehörige Portion Gleichgewicht, um auf dem Board stehen zu bleiben oder sich gar zu bewegen. Wir versuchten sogar auf den Boards zu laufen, sie zum Wackeln zu bringen und uns zu zweit auf ihnen zu halten. Unser Gekicher war ganz sicher weit zu hören.
Nun gehören aber noch Paddel und Leashes zum Equipment. Sarah erklärte uns auch deren Nutzung und so konnten wir uns, mehr oder weniger koordiniert, aber professionell ausgestattet, auf Tour begeben.
Zunächst paddelten wir kleine Runden, lernten anschließend die Technik für ein kraftsparendes Vorwärtskommen und Lenken und schon konnte unsere Reise starten.
In der Abdeckung des Schilfs bewegten sich alle schon bald recht sicher voran und konnten die uns umgebende Natur als Abwechslung zum Leben in der Stadt genießen. Es ist so unglaublich entspannend, beim Paddeln das Plätschern des Wassers zu hören, die Vögel im Schilf zu beobachten, kleine Fische schwimmen zu sehen und einfach die Ruhe fernab vom Stress des Arbeits- und Schulalltags und all dem Erlebten zu genießen. Der Norden der Insel Rügen birgt mit dem angrenzenden Naturschutzgebiet des Bugs ein Kleinod der Natur zum Abschalten und Genießen.
Wir Trainerinnen führten die Paddler auf dem Wasserweg zu den Wracks, die, bewacht von Kormoranen, im Hafen des ehemaligen Fischereigeländes unter der Oberfläche schlummern.
Hier teilte sich unsere Gruppe. Sarah paddelte mit einem Teil weiter entlang des Uferbereiches, ich mit dem anderen Teil zurück. Wer nun denkt, dass uns eine eventuell fehlende Lust am Stand-up-Paddling zurück an den Strand führte, liegt leider falsch. Denn nicht umsonst hat sich unser Verein auf die Fahne geschrieben, jedem*r die Möglichkeit zu geben aufs Wasser zu kommen. Jede*r von uns kennt Menschen, die ein Unwohlsein verspüren, wenn sie in fremde Gewässer gehen, doch bei Geflüchteten kommt eine ganz rationale Erfahrung hinzu. Viele fliehen auf dem Seeweg vor dem Krieg und haben teilweise schlimmste Erlebnisse auf dem Meer hinter sich. Diese Traumata bahnen sich dann leider auch in den schönsten Momenten ihren Weg an die Oberfläche. Dank unserer Vorbereitung auf potentiell erwartbare Situationen war es uns aber möglich, den Teilnehmer noch während des Aufenthalts auf dem Wasser zu erreichen.
Wieder am Ausgangspunkt angekommen, erwartete uns ein Picknick am Ufer, das Flo vorbereitet hatte. Es gab Gemüsesticks, Dipps, eine Obstplatte, frische Brötchen, gekochte Eier und allerlei andere Leckereien, die unsere Akkus wieder aufluden.
Nach einem gemeinsam erlebten Abenteuer tauscht es sich gleich noch besser aus und so erzählten wir einander die lustigsten Geschichten, die unsere doch sehr verschiedenen Kulturen so mit sich bringen.
Auch der schönste Tag in der Natur endet einmal und so brachte Flo die Teilnehmenden wieder nach Bergen.
Ob das Projekt noch einmal stattfinden soll? Wir haben die Frage nicht verstanden!
Wir bedanken uns herzlich beim Landessportbund Mecklenburg-Vorpommern für die Förderung des integrativen Projektes und bei den Rügen Piraten für die Bereitstellung des Geländes und der Materialien.
17.08.25
Projektbericht
Unser zweiter Projekttag mit den Geflüchteten fand am 17. August statt – und schon beim Blick auf die Gruppe wurde klar: Wir wachsen zusammen. Wie schon beim ersten Event standen 12 motivierte Menschen aus der Ukraine, Syrien und Russland am Strand, bereit für unser neues Abenteuer: einen Windsurf-Schnupperkurs bei traumhaftem Wetter.
Zunächst hieß es: Technik verstehen, aber spielerisch. Die Segel wurden an Land genau betrachtet, angefasst, ausprobiert. Danach folgten kleine Spiele und schließlich die Trockenübung für den Start – alles auf der Kitewiese, begleitet von viel Gelächter, neugierigen Blicken und großer Freude von Seiten der Trainerinnen, denn die angehenden Surfer machten eine außerordentlich gute Figur.
Dann ging’s endlich ins kühle Nass. Erst nur mit Board, jeweils zu zweit – einmal sogar zu dritt – und schon nach den ersten Balanceübungen und kleinen Herausforderungen waren alle klatschnass, bestens gelaunt und voller Energie. Der Höhepunkt folgte, als Board und Rigg zusammenkamen: rauf aufs Wasser – und es funktionierte einfach weltklasse! Begeisterte Rufe, strahlende Gesichter und eine ordentliche Portion Stolz inklusive. Obwohl keiner der Teilnehmer Vorerfahrungen im Windsurfen mitbrachte, surften alle Teilnehmer durch den Schulungsbereich unseres Boddens und sorgten erneut bei den Trainerinnen und allen Zuschauern an Land für Begeisterungsrufe.
Zum Abschluss wartete wie immer ein großartiges Buffet direkt am Strand, dass unsere freiwilligen Helfer vorbereitet hatten. Bei entspannten Gesprächen ließen wir den Tag ausklingen. Besonders gefreut hat uns eine persönliche Einladung zum Essen von einem der Teilnehmenden – ein Zeichen des Vertrauens, das uns sehr berührt hat.
Mit diesem Rückenwind schmieden wir bereits große Pläne für die nächsten Events und auch schon fürs nächste Jahr: regelmäßige Projekttage, mindestens einmal im Monat, gemeinsame Essen (allein beim Gedanken daran knurren schon die Mägen!) und viele weitere Ideen für spannende gemeinsame Erlebnisse.
Ein Tag voller Freude, Begegnungen und echter Verbundenheit – und definitiv nicht der letzte dieser Art.
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